Gründerkirchenpilger Markus Winter

Markus Winter ist mit dem Fahrrad nach Rom gepilgert zu einer Audienz beim Papst. Er ist gebürtiger Westfale, jetzt in Frankfurt zuhause, war gelernter Kinderkrankenpfleger und arbeitet in der Bankenbranche. Sich selbst bezeichnet er als katholisch aus Liebe, Lust und Leidenschaft.

Imagine...

Imagine …

London, die Hauptstadt Englands und des Vereinigten Königreichs, ist mit ca. 9 Millionen Einwohnern eine Weltstadt an der berühmten Themse im Südosten Englands. London ist eines der bedeutendsten Kultur- und Handelszentren der Welt mit zahlreichen Universitäten, Theatern und Museen. London ist einer der größten Finanzplätze der Welt und Touristenmagnet. London ist viel mehr als sein berühmter Tower und Big Ben, viel mehr als Westminster Abbey und das Riesenrad London Eye, viel mehr als nur der bekannteste Schauplatz im Rasentennis, viel mehr als das legendäre Wembley-Stadion und der Buckingham-Palast. London, das sind auch die Beatles: John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison. In dieser Stadt haben sie Spuren hinterlassen. Die „Beatles Magical Mystery London Walking Tour“ ist ein Muss für jeden Musikfan.

Am 1. Juni 2024, heute vor zwei Jahren, war Borussia Dortmund zu Gast in London. Tausende BVB-Fans waren in der Stadt auf den Beinen, ein Meer von Schwarz und Gelb. Statt Union Jack – BVB-Flaggen. Statt „God Save the King“ – „You’ll never walk alone“. Am Abend spielten die Jungs von Edin Terzic im Wembley-Stadion gegen das weiße Ballett aus Madrid um den Henkelpott. Auch ich war dabei. Was mich allerdings am meisten faszinierte, war weniger das Finale selbst, sondern eine schlichte Parkbank mitten in der Stadt. Sie lud ein zum Verweilen, zum Ausruhen und Innehalten. Mitten auf der Bank eine Frau als Bronzefigur: die Beine lang ausgestreckt, die Arme weit ausgebreitet, den Kopf in den Nacken gelegt. Darüber ein Plakat in Schwarz-Gelb mit der Aufschrift: Imagine! Eine Hommage an die Legende John Lennon!

 

„Imagine there’s no heaven“, stell dir vor, es gibt keinen Himmel, heißt es in einem seiner bekanntesten Lieder. Mit Verlaub gesagt: John Lennon glaubte nicht an den Himmel. Er glaubte einzig und allein an sich, an seine Größe, seinen Ruhm, seinen Erfolg: „I don’t believe in Jesus, I just believe in me“, lautete sein Credo.

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Um Himmels willen! Ich möchte es mir gar nicht vorstellen. Denn was wäre unsere Welt ohne die himmlische Musik von Mozart, Bach, Beethoven, Chopin und Verdi. Wie bedauerlich wäre es, wenn zahlreiche Museen schließen müssten, könnten sie nicht Bilder ausstellen, die uns staunen lassen, weil sie himmlisch sind: Bilder von Leonardo da Vinci, Rubens, Michelangelo und Albrecht Dürer. In Bibliotheken blieben Tausende von Regalen leer – du lieber Himmel! – ohne die Werke von Dostojewski, Shakespeare und Dante, ohne die Werke von Thomas Mann, Hermann Hesse und Heinrich Böll, ohne die Schriften des heiligen Augustinus und Thomas von Aquin. Ohne Himmel gäbe es kein Weihnachten, kein Ostern, keine Himmelfahrt Christi, kein Ave Maria für die Himmelskönigin. Ohne Himmel keine himmlische Ruhe, kein himmlischer Friede, keine himmlischen Heerscharen. Ohne Himmel kein Himmelsbrot, keine Himmelsbraut. Ohne Himmel – kein Gott. Um Himmels willen!

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Nein, dieser Vers stinkt zum Himmel, das möchte ich mir gar nicht vorstellen. Denn der Himmel ist zeichenhaft vorgebildet. Wir sehen ihn, sobald wir unseren Blick nach oben richten. Nicht auszudenken, gäbe es kein Firmament über unseren Städten. Kein Himmelblau. Keinen Mond und keine Sterne. Kein Aufschauen zu etwas Größerem, als wir selbst sind. Der Himmel ist Zuflucht, Hoffnung, Zauber, Glückseligkeit. Er steht für Liebe, die nur schenken und nicht nehmen will. Für eine letzte Gerechtigkeit, die auch jene am Kragen packt, die sich auf der Erde durchmogeln konnten. Für eine Heiligkeit, die alle Stars und Ikonen unserer Zeit blass aussehen lässt.

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Nein, das schreit zum Himmel, das möchte ich mir nicht vorstellen. Denn Himmel hat mit Weite, mit Schweben, mit Träumen zu tun. Mit Grenzenlosigkeit. Mit unausdenkbaren, unendlichen Räumen und Möglichkeiten. Die Sterne vom Himmel holen, im siebten Himmel sein: Wer möchte das nicht? „Dem Himmel so nah“ – wo könnte es schöner, angenehmer sein, wo ließe es sich besser zu Hause fühlen? Ja, „Vater unser im Himmel“: Was wären wir Christen ohne dieses Gebet, das weltweit bekannt und in mehr als fünfhundert Sprachen übersetzt wurde? Zu guter Letzt: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ – dem Himmel sei Dank!

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Nein, ich möchte mir eine Welt ohne Himmel nicht vorstellen, auch wenn das Christentum in seiner über zweitausendjährigen Geschichte viel Unheil angerichtet hat. Atheisten werden nicht müde, empört davon zu erzählen. Aber das Christentum hat zweifelsohne auch Großes, Heilendes bewirkt: Denken wir nur an die Aufhebung sozialer Schranken, an die Fürsorge für Arme, Kranke und Ausgeschlossene. Denken wir an das allgemeine Bildungswesen und die Förderung der Wissenschaften. Nicht zu vergessen die Neubewertung von Arbeit, das klassische Völkerrecht, die Deklaration der Menschenwürde. Dem ganzen Streben lag dabei nichts anderes zugrunde als die Erwartung des Himmels, des himmlischen Jerusalems. Es motivierte einst die Apostel und alle Heiligen sowie in diesen Tagen unzählige Frauen und Männer, Jesus nachzufolgen, ihn zum Vorbild zu nehmen, ihr eigenes Leben auf den Kopf zu stellen und sich mit Herzblut für eine bessere Welt einzusetzen.

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Nein, ich möchte mir eine Welt ohne Himmel nicht vorstellen. Ohne den Himmel, ohne das Jenseits verlieren wir die hoffnungsvolle Perspektive, das eine höhere Instanz für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Die Warnung vor dem Jüngsten Gericht hält zwar auch Christen nicht davon ab, Kriege zu führen, Frauen zu schlagen, Kinder zu missbrauchen. Sie hält Muslime nicht davon ab, sich in die Luft zu sprengen, um andere mit in den Tod zu reißen. Sie hält orthodoxe Juden nicht davon ab, über die Zerstörung des Gazastreifens zu jubeln. Würde jedem Menschen bewusst, dass er einmal Rechenschaft ablegen muss für sein Leben – für Hass und Hetze, für Neid und Eifersucht, für Habsucht und Lüge -, es wäre eine bessere Welt, ein Stück Himmel auf Erden.

 

Heute will ich mich an den 1. Juni 2024 und das Finale im Wembley-Stadion erinnern: Für die Königlichen aus Madrid hing nach dem Schlusspfiff der Himmel voller Geigen; für die Jungs von Edin Terzic war der Himmel mit dunklen Wolken behangen. Und dennoch waren die Fans im siebten Himmel. Sie waren dabei: in London, am Borsigplatz oder zu Hause vor dem Fernseher. Auch wenn das Finale aus Sicht der Borussia mit „0:2“ verloren ging: Die Fußballnacht in Wembley bleibt unvergessen, die Stimmung war grandios und das friedliche Miteinander in London war ein Stück Himmel auf Erden. Ja, was wäre die Welt ohne den Himmel: Sie wäre ärmer und verloren!

 

„Imagine there’s no heaven.“ – Nein, lieber John Lennon, ich möchte mir eine Welt ohne Himmel nicht vorstellen. Der Himmel bewahre mich davor …

 

Autor: Markus Winter

Tage wie diese...

Lena schaut in den Spiegel: Lidschatten in zartem Gelb und seitlich ein Hauch Rosé. Das gefällt ihr. Sie schaut rüber zu Anna, zeigt auf die hellere Farbe für die Augen und sagt: „Probier es!“ Judith, Paula, Rike, Sabrina und Marie nicken und tuscheln, lächeln und drehen den Spiegel hin und her, wühlen in dem Haufen aus Paletten und Stiften: „Master Blush“, „Full Lashes“, „Perfect Match“. Gelächter, die Wimperntusche kitzelt. Rouge wird herumgereicht. Es riecht nach Rosen, nach Leben und aus dem Lautsprecher dröhnen „Die Toten Hosen“: Tage wie diese …

Im Raum ist noch ein anderer Duft, beißend, süßlich: Aseptoman – Desinfektionsmittel. Alles hier muss steril sein: Tische, Stühle, Regale, sogar der Linoleumboden. Die sieben Mädchen sitzen im Aufenthaltsraum der Kinder- und Jugendonkologie der Uniklinik Frankfurt. In einem Regal stapeln sich Brettspiele. An der Tür kleben Schmetterlinge, Elefanten, Löwen, Tiger und lustige Clowns  – selbst gemalt, in verschiedenen Farben und Farbnuancen.

Als Lena den Raum betrat, hat sie Mundschutz und Basecap abgelegt. Die Sechzehnjährige ist gerade nicht auf Station, sie darf nach dem Schminkkurs die Klinik wieder verlassen. Nur wenn die Körpertemperatur steigt, wenn sie Fieber hat, muss sie bleiben. Die Tasche dafür steht immer zu Hause, ist immer gepackt und griffbereit. Dann ist sie wieder ein paar Tage oder Wochen hier. Zusammen mit anderen Jugendlichen und zahlreichen Kindern; die Jüngste ist drei, der Älteste siebzehn Jahre.

Lena weiß, dass sie den Krebs nicht wegschminken kann. „Es ist schwer“, sagt sie, „einen Körper zu lieben, der einen verraten hat, der die falschen Zellen wuchern lässt.“ In der Tat: Die Krankheit hinterlässt bei den Kindern und Jugendlichen deutliche Spuren: die Haare fallen aus, die Haut ist aschfahl, die Muskelmasse nimmt ab, die Kräfte schwinden. Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Schwindel, Krämpfe und Schmerzen sind unliebsame Begleiterscheinungen. Über allem schwebt wie ein Damoklesschwert unbändige Angst, sie begleitet die Kinder wie ein Schatten auf Schritt und Tritt. Auf der „Onko“, wie die Station im Klinikjargon heißt, gibt es Worte, die nur geflüstert werden: „Sterben“, zum Beispiel, oder „Rezidiv“ – Rückfall.

Trotz allem oder gerade deshalb machen sich die Kinder und Jugendlichen gegenseitig Mut: GIB-NICHT-AUF! Dies gilt erst recht, wenn sie nach Operationen, intensiven Behandlungen wie Knochenmarkpunktionen und zahlreichen Chemotherapien äußerst geschwächt und von den Strapazen sichtlich gezeichnet sind. Wie kräftezehrend die Krankheit sein kann, davon können auch Sarah und Leonie ein Lied singen. Mit fünf und sieben Jahren gehören sie zu den jüngeren Patienten auf der Station. Beide hat es schwer getroffen; beide sind unheilbar krank. Sarah und Leonie wissen, dass böse Zellen in ihrem Körper drängeln, schubsen, herumpoltern und sich vermehren. „Zum Glück gibt es die tapferen Chemoritter“, sagt Leonie, „die alle bösen Zellen besiegen sollen.“ Die Prognosen sind jedoch alles andere als rosig. Aus medizinischer Sicht gibt es für Sarah und Leonie kaum noch eine Überlebenschance. Ihre Eltern klammern sich an jedem Strohhalm, hoffen auf ein Wunder. Mit Sarah und Leonie spreche ich ganz unverblümt über das Sterben und den Tod. Manchmal spüren die Mädchen, dass die Engel im Himmel schon alles für sie vorbereitet haben. Dann falten wir die Hände und sprechen ein Gebet. Sarah betet dabei gerne für ihre Mama; Jesus möge bitte dafür sorgen, dass die Mama nicht traurig ist und nicht so oft weinen muss. Leonie sorgt sich um ihre kleine Schwester, die vierjährige Annika, die zwar gesund und quietschfidel ist, aber ihre große Schwester sehr vermissen würde, sollte Leonie den Kampf gegen die bösen Zellen verlieren. Um Annika zu trösten, hatte Leonie unlängst folgende Idee: „Wenn ich im Himmel bin“, sagte sie, „dann bohre ich ein Loch durch die Wolken und rutsche wieder auf die Erde.“ Da musste selbst Annika lachen.

Sarah und Leonie sind unsagbar tapfer, sie kämpfen wie kleine Tiger und haben einen Lebenswillen, der scheinbar nicht tot zu kriegen ist. Woher Sarah und Leonie die Kraft und den Mut nehmen, der tückischen Krankheit die Stirn zu bieten und nicht aufzugeben – das ist und bleibt wohl ihr Geheimnis. Fest steht: Ihre Lebensfreude ist einfach nur ansteckend. Ich habe Sarah und Leonie viel zu verdanken. Schließlich habe ich ihnen versprochen, etwas zu tun, was ich noch nie getan habe: mit dem Fahrrad von Frankfurt nach Rom zu fahren, in die Ewige Stadt, die niemals schläft. Ich habe Sarah und Leonie mein Ehrenwort gegeben, dass ich kämpfen und vor allem nicht aufgeben werde.

Am 28. August, am Festtag des heiligen Augustinus, habe ich mich auf den Weg gemacht – allein, nur mit meinem Rennrad und leichtem Gepäck: Pflaster, Verbandsmaterial, Wäsche zum Wechseln, Zahnbürste und Geldbörse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Jeden Tag habe ich knapp 200 Kilometer zurückgelegt. Das Wetter zeigte seine volle Bandbreite: Sonnenschein mit nahezu sommerlichen Temperaturen, Stark- und Nieselregen, Donner und Blitz, leichter bis mäßiger Wind sowie heftiger Sturm, von der teils hohen Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen. Die Route führte mich über Schotterwege und Landstraßen mit Steigungen, die kein Ende nehmen wollten, durch große Städte, malerische Dörfer und atemberaubend schöne Landschaften. Die Beine wurden schwerer und schwerer, die Hand- und Schultergelenke schmerzten, unterwegs knurrte mir nicht selten der Magen. Ob ich es wirklich schaffen und mein Versprechen halten würde – der Geist war willig, aber das Fleisch war schwach. Die Versuchung, nach knapp tausend Kilometern aufzugeben, war groß.

Nach acht Tagen und 1.517 Kilometern hatte ich – wider Erwarten – mein Ziel erreicht: ROM, auf Italienisch ROMA, das rückwärts gelesen „AMOR“ (Liebe) heißt. Ich war erschöpft, aber überaus glücklich, vor allem dankbar. Dankbar, weil mich viele liebe Menschen in Gedanken auf dem Weg begleitet und für Sarah und Leonie gebetet haben – auch Papst Leo XIV., der mich am 7. September zu einer Audienz eingeladen hatte. Ja, ich zähle auf die Kraft des Gebets, weil es den Glauben stärkt, die Hoffnung nährt und das Feuer der Liebe entzündet. Ich glaube an Jesus Christus, von dem „eine Kraft ausging, die alle heilte“ (LK 6,19).

Um die Kraft des Gebets weiß auch Lena, die versucht, aus den schlechten Tagen gute zu machen. Und mit Lidschatten, einem Hauch von Glitzer auf den Lippen und Rouge auf den Wangen sieht sie gleich ganz anders aus, ein bisschen wie neu geboren. Sie legt den Kopf in den Nacken, schließt die Augen, lächelt sanft, strahlt vor Glück, feiert das Leben und singt mit den Toten Hosen: „An Tagen wie diesen … wünsch ich mir Unendlichkeit … nur das Beste … kein Ende in Sicht …“ Und alle stimmen in den Ohrwurm mit ein: Anna und Judith, Paula und Rieke, Sabrina und Marie. Und „wer singt“, schrieb einst der heilige Augustinus, „betet doppelt.“ Die Mädels singen voller Inbrunst. Ihr Gesang klingt, als würden sie laut zu Gott rufen: mal klagend, mal flehend, aber immer klingt es wie ein Gebet mit der Bitte um Heilung; sie bitten für sich, weil sie gesund werden wollen, und vor allem bitten sie für Sarah und Leonie, die in unseren Herzen eine Spur hinterlassen haben, die nie ganz verweht…

 

Autor: Markus Winter

 

Notabene: Am Rande meiner Audienz habe ich Papst Leo XIV. auch von der BVB-Gründerkirche erzählt, ebenso von der Nordstadt und nicht zuletzt von Borussia Dortmund und dem Erzbistum Paderborn, die gemeinsam als Team die BVB-Gründerkirche aus der Taufe heben werden. Im Gepäck hatte ich das neue Heimtrikot des BVB. Dieses Trikot hat Papst Leo XIV. gesegnet, signiert und mit einer Widmung versehen. Grazie, Papa Leone!

Wenn ich zu den Engeln gehe...

„Wenn ich zu den Engeln gehe, dann möchte ich wie ein Schmetterling in den Himmel fliegen – in pink und mit viel Glitzer.“ (Sarah, 5 Jahre, +11.11.2025)
die Farben
des Schmetterlings
spiegeln das Antlitz
des Regenbogens
sie wecken Hoffnung
entzünden Zuversicht
und entlocken mir ein Lächeln
jeder Schmetterling
ist ein Puzzleteil
von DIR
mit meinem Herzen gemalt
bei allem, was ich damit
verbinde
zieht er unaufhörlich seine Kreise
für niemanden erkennbar
nur für mich
und irgendwo dazwischen,
wo die Welt
unzählig in Liebe betrachtet
staunend Träume anschaut
die noch warten
und geduldig
ihre Erfüllung suchen
genau dort
in diesem Moment
sehe ich dein Gesicht
wie gemalt
höre ich deine Stimme
im Anflug der Stille
spüre ich deine Liebe
ein Kribbeln
als tanzte ein Schmetterling
in den bunten Farben
des Regenbogens
auf meiner Nasenspitze
dann wieder
suche ich dich
mit Tränen in den Augen
und Salz auf den Lippen
mit Herzklopfen
und innerer Unruhe
und will glauben
dass Du
glücklich bist
nicht fern von hier
nur auf der anderen Seite des Weges
und mir
Mut machst
zu leben
ohne dich
und doch mit dir
ganz nah
auf Schritt und Tritt
denn nur so kann ich mich fallen lassen
in die Sonne
von Liebe und Hoffnung
und die Arme öffnen
für dich
für das zärtliche Gestern
und auch für den Kalender
der voll ist
mit Zukunft …